Zwischenkriegszeit (1919 – 1938)

1919 begann die Burschenschaft Normannia ihren Neuaufbau mit so energischer Keilarbeit, dass die Zwanziger Jahre als die Blütezeit des Bundes bezeichnet werden könnten. Trotz aller Anfeindungen als Reformburschenschaft verschafften sich die Normannen auf Heidelbergs Paukböden großen –und im Bereich des Säbelfechtens gar legendären- Respekt. Auch im ADB war die Normannia stets als Vertreterin der fechterischen Linie bekannt und zum Teil darob in der Kritik. Durch den profechterische Ruf des Heidelberger ADB-Bundes Normannia gelang es diesem auch den Verbandsbruder Reichsaußenminister Dr. Gustav Stresemann als Bundesbruder zu gewinnen. Die stetig wachsende Zahl an Mitgliedern und Alten Herren ermöglichte ab 1931 zunächst die Anmietung eines Hauses in der Klingenteichstraße 14. Ab 1934 war Normannia dann stolze Besitzerin eines eigenen Korporationshauses in der Klingenteichstraße 24. Zuvor war die Existenz des Bundes aber durch die gleichschaltungsbedingte Auflösung des ADB am 7.10.1933 noch einmal ernsthaft in Gefahr. Der Convent der Normannia hatte sich gegen die Selbstauflösung des Verbandes ausgesprochen und sollte daher zunächst nicht in die neue Struktur übernommen, sondern zwangsfusioniert und somit faktisch aufgelöst werden. Seit dem 4.11.1933 war Normannia aber doch in den Verband Deutsche Burschenschaft aufgenommen und dessen Strukturen unterworfen. Doch auch die neue Heimat, die Deutschen Burschenschaft, sollte nur bis 1937 überleben. Um der Gleichschaltung mit dem NS-Studentenbund zu entgehen entstand mit der Auflösung der Deutschen Burschenschaft die traurige Pflicht zur formalen Selbstauflösung  und zum Verkauf des Hauses Klingenteichstraße 24. Die Kriegsereignisse bis 1945 führten zur Vernichtung fast aller ausgelagerten Traditionsgegenstände während eines Bombenangriffs auf Osnabrück. Zahlreiche Normannen ließen ihr Leben für das Vaterland; die Überlebenden waren in alle Winde zerstreut.